Steckbrief Torvosaurus gurney
| Alter: | 152 Millionen Jahre |
| Zeit: | Oberer Jura |
| Fundort: | Portugal |
| Länge: | 8 bis 10 Meter |
| Gewicht: | 4 bis 5 Tonnen |
Torvosaurus, oder die „wilde Echse“, aus Portugal und den USA bekannt, ist ein Vertreter der robust gebauten Megalosaurier. Der europäischen Art (T. gurneyi) werden Funde fossiler Knochen des Schädels, des Ober- und Unterschenkels sowie eines Schwanzwirbels zugeordnet. Sogar die seltenen Überreste von Embryonen konnte man in Portugal nachweisen. Sie hat darüber hinaus weniger, dafür aber grössere Zähne (Zahnkronen von fast 13 cm Länge) als die amerikanische (T. tanneri). Neuere Schätzungen gehen von einer Schädellänge von 115 cm, einer Körperlänge von zehn Metern und einem Gewicht von vier bis fünf Tonnen für Torvosaurus gurneyi aus. Damit war er der größte bisher bekannte europäische Raubsaurier.
Die oberjurassische, etwa 152 Millionen Jahre alte Morrison-Formation in den USA hat Funde vieler Dinosauriergattungen, wie z.B. Ceratosaurus, hervorgebracht, die auch in den etwa gleichaltrigen europäischen Formationen „Lourinhã“ und „Alcobaça“ vertreten sind. Dazu zählen fleischfressende Theropoden genauso wie pflanzenfressende Dinosaurier; z.B. die platten- und stachelbewehrten Stegosaurier und die langhalsigen Sauropoden. Verschiedene Theropodengattungen wie Allosaurus, Torvosaurus und Ceratosaurus sind seit 1863 auch aus Portugal bekannt geworden. Zu den spektakulären Funden zählen Fußspuren, Zähne, Knochen und sogar versteinerte Nester mit Eiern.
Einige Torvosaurus-Knochen aus Portugal kamen einzeln durch Stranderosion (Abtragung der Felsküste durch Gezeiten und Witterungseinflüsse) zum Vorschein und befanden sich nicht mehr im Verbund eines Skeletts. Stattdessen wurden die Knochen nur einzeln zusammen mit dem Eisensulfidmineral Pyrit und verkohltem Holz gefunden. Der Pyrit weist auf eine sauerstoffarme Ablagerung der Knochen am Meeresboden hin. Hier sind die Erhaltungsbedingungen während der Fossilentstehung besonders gut
Zu Lebzeiten von Torvosaurus waren Nordamerika und Europa bereits durch den sich entwickelnden Nordatlantik zumindest teilweise voneinander getrennt. Portugals Westküste bezeugt diese Bedingungen durch Fossilien mariner Organismen wie Ammoniten. Kurzzeitig und regional vorhandene Landbrücken ermöglichten vor etwa 164 Millionen Jahren vielleicht den Faunenaustausch zwischen beiden Kontinenten, bevor dies schließlich in der frühen Kreidezeit durch den sich stetig verbreiternden Nordatlantik unmöglich wurde. Dies erklärt die Funde ähnlicher Dinosaurierarten in dem heute geografisch getrennten Europa und Nordamerika.
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